Das Wichtigste vorab: Ein Sicherheitskonzept dient in erster Linie dazu, dass alle Teilnehmenden nach dem Event gesund und sicher nach Hause zurückkehren. Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen geniessen häufig den Ruf, lediglich eine behördliche Auflage und somit eine bürokratische Pflicht zu sein. Dies entspricht jedoch keinesfalls der Realität.
Ein passender Vergleich verdeutlicht dies: Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter werden nicht primär für den Service ausgebildet, sondern dafür, im Notfall alle Passagiere sicher aus dem Flugzeug zu bringen. Ebenso sollten Veranstalter – neben Unterhaltung, Technik und Catering – der Sicherheit ihrer Gäste höchste Priorität einräumen.
Was gehört in ein Sicherheitskonzept?
Die Erstellung eines Sicherheitskonzepts ist eine anspruchsvolle Gratwanderung. Einerseits müssen angemessene und zumutbare Massnahmen getroffen werden, andererseits dürfen diese weder unverhältnismässig noch rechtswidrig sein. Was im Einzelfall als ausreichend, sinnvoll und rechtskonform gilt, ist nicht immer eindeutig. Ein gewisses Restrisiko bleibt daher für Veranstalter bestehen.
Umso wichtiger ist es, auf mögliche Notfälle vorbereitet zu sein und Notfallszenarien gemeinsam mit dem Team zu planen und zu üben. Denn nur Abläufe, die trainiert und verinnerlicht sind, können im Ernstfall – insbesondere unter Stress oder Schock – zuverlässig abgerufen werden.
Zentrale Prüffragen für Veranstalter
Zur strukturierten Planung empfiehlt es sich, folgende Fragen zu prüfen oder prüfen zu lassen. Diese stellen keine rechtliche Beratung, sondern eine praxisorientierte Orientierung dar:
- Ist die Erstellung eines Sicherheitskonzepts erforderlich?
- Wurden alle notwendigen Genehmigungen eingeholt und die zuständigen Behörden eingebunden?
- Sind Mitarbeitende, Helfer und Dienstleister ausreichend geschult?
- Sind Verantwortlichkeiten klar definiert und allen Beteiligten bekannt?
- Wurden Dienstleister geprüft und in das Sicherheitskonzept eingebunden?
- Existiert ein klarer Notfall- und Alarmierungsplan?
- Ist festgelegt, wer im Ernstfall Entscheidungen trifft?
- Wie erfolgt eine Evakuierung der Location oder des Geländes?
- Liegt ein Evakuierungs- bzw. Räumungskonzept vor?
- Ist eine funktionierende Kommunikation auch ohne Strom oder Internet gewährleistet?
- Werden alle brandschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten?
- Ist ein Ordnungs- oder Sicherheitsdienst erforderlich?
- Ist die maximale Besucherzahl definiert und sind Flucht- und Rettungswege korrekt ausgewiesen?

